Das Doppelstundenmodell am Städt. Gymnasium Ahlen

 

Seit dem Beginn des Schuljahres 2007/08 wird am Städt. Gymnasium Ahlen dem sogen. Doppelstundenmodell unterrichtet. Als erstes kommunales Gymnasium im Regierungsbezirk hat unsere Schule die Doppelstunde als reguläre Unterrichtsstunde eingeführt.

Was hat uns bewogen, eine solche Maßnahme umzusetzen? Im 45-Minuten-Takt wurden Hausaufgaben ausgewertet, Neues wurde gelernt - Altes gefestigt, Fragestellungen wurden selbständig entwickelt, Aufgaben im Team und mit Hilfe von Medien gelöst, Schüler wurden zu Gruppen geformt, individuell und im Team gefördert und ... !?

Jeder, der in diese Abläufe eingebunden war, spürte seit Jahren, dass Druck, Zeitnot und Hektik zu bestimmenden Faktoren des Schulalltags geworden waren. Das alles erschwerte Lernprozesse und Persönlichkeitsbildung, statt sie zu befördern. Pisa-Anforderungen, zentrale Prüfungen und der Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre brachten schließlich den Stein ins Rollen.

Um den Veränderungsprozess pädagogisch zu begegnen, bildeten sich an unserer Schule und am kooperierenden Gymnasium St. Michael Arbeitsgruppen, die nach alternativen Organisations- und Unterrichtsformen Ausschau hielten. Umgesetzt wurde das Doppelstundenmodell gem. Beschluss der Schulkonferenz mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 für zunächst zwei Jahre.

Zuvor hatten sich Fachkonferenzen mit den speziellen Auswirkungen des Doppelstundenmodells auf die jeweiligen Fächer befasst und auf einem Päd. Tag wurden viele Fragestellungen bearbeitet, die mit der Umstellung in Verbindung standen, z.B. Pausen- und Aufsichtsregelungen, Vertretungskonzepte, fachspezifisches Begleit- und Unterrichtsmaterial für methodisch abwechselungsreicheren Unterrricht u.ä.

Nach diesen Vorarbeiten und einer fruchtbaren Auseinandersetzung in der Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft konnten die schulischen Gremien einschl. der Schulkonferenz für eine rasche Umsetzung des Modells gewonnen werden.

Eine ruhige und gelassene Arbeitsatmosphäre, längere Arbeitsphasen, Berücksichtigung unterschiedlicher Lerngeschwindigkeiten, Auseinandersetzung mit individuellen Stärken und Schwächen von Schülern werden die Arbeitsprozesse optimieren helfen und Raum für die Entwicklung persönlicher Stärken zulassen.

Eine Evaluation als Gegenstand einer schriftlichen Examensarbeitet (II. Staatsexamen) erbrachte eine äußerst positive Resonanz bei Schülern, Lehrern und Eltern, die in einer Bewertungsbogenaktion befragt worden waren.

Die Grundzüge des Modells;

- Alle Klassen, Kurse und Lehrer erhalten Stundenpläne für A- und B-Wochen.

- Das Stundenkontigent für 2 Unterrichtswochen wird so auf die A- und B-Woche verteilt, dass (nahezu) alle Stunden als Doppelstunden unterrichtet werden können.

- Doppelstunden können in Absprache zwischen Lehrer und Klasse/Kurs für eine 5-Min.Pause unterbrochen werden. Eine Festlegung durch ein Klingelzeichen gibt es nicht.

Im Laufe der Jahre wurde das konsequente Doppelstundenmodell aufgrund sich verändernder schulischer Bedingungen (Einführung des gebundenen Ganztags und G 8 mit einem erhöhten Stundenumfang und damit verbunden die Notwendigkeit einer festen Mittagspause (SI in der 6.Stunde /SII in der 7. Stunde)) modifiziert, so dass lediglich die 1./2., 3./4. Und 9./10. Stunde fest als Doppelstunde eingeplant werden. Soweit dies möglich ist, werden aber auch die übrigen „Einzelstunden“  (z. B. 5./6. In der S II und in den S I Jahrgängen, die noch nicht im Ganztag unterrichtet werden) gedoppelt, so dass der Anteil der Doppelstunden am Unterricht weiterhin sehr hoch ist.

Nach dem ersten Jahr führte der damalige Referendar und heutige Lehrer am Städtischen Gymnasium im Rahmen seiner 2. Staatsarbeit eine erste Evaluation des Doppelstundenmodells mit dem Thema „Doppelstundenmodell – Effizienzsteigerung der Lernerträge und persönliche Entlastung der am Unterricht Beteiligten? Eine Evaluation am Städtischen Gymnasium Ahlen“ durch. Seine Ergebnisse  stehen hier zur Einsicht zur Verfügung.

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