Senegal hautnah erleben



vom 18.03.2018 00:00

Senegal, wir kommen: Selin Atasoy, Malin Osnabrügge und Carolin Jungblut (v.l.) machen sich gemeinsam mit Adeline Weinberg auf den Weg in den Senegal.

Noch sind die Kontakte zwischen dem Städtischen Gymnasium und der Mädchenschule „Maison d‘Education Mariama Bâ“ recht lose. Doch das soll sich ändern. Französischlehrerin Adeline Weinberg plant einen ersten Besuch im Mai und eine Partnerschaft mit der Schule im Senegal. Diese liegt auf Gorée, der sogenannten „Sklaveninsel“ gegenüber von Dakar.

Die Beziehung zwischen den beiden Schulen existiert seit etwa eineinhalb Jahren. Allerdings gab es bisher nur wenige Austauschmöglichkeiten, zum Beispiel im Rahmen einer Französisch-Lerngruppe. Die Jugendlichen schickten sich gegenseitig selbst gedrehte Filme – ein durch die afrikanische Infrastruktur schwieriges Projekt.

Um so begeisterter waren die Schüler, die Kontakte mit einer persönlichen Begegnung vertiefen zu können. 30 Interessierte kamen zum ersten Infotreffen. Aus der daraus gegründeten Arbeitsgemeinschaft hat sich ein kleiner Kreis gebildet, der die Reise vom 7. bis zum 19. Mai antreten wird. Zusammen mit Adeline Weinberg machen sich Malin Osnabrügge , Selin Atasoy und Carolin Jungenblut auf den Weg in den Senegal.

„Ich freue mich auf den kulturellen Austausch auf Augenhöhe“, sagt Selin Atasoy und verdeutlicht, worum es bei dem Besuch geht. Nicht die europäische Sicht soll im Vordergrund stehen, sondern die afrikanische. „Wir haben die Möglichkeit, Menschen und Kultur kennenzulernen und bekommen sicher viel mehr Eindrücke als ein normaler Tourist“, ergänzt Malin Osnabrügge.

Dabei gehe es nicht nur um die französische Sprache, sondern auch um einen fächerübergreifenden Mehrwert. „Wir wollen viel mitnehmen für die Schule als Gemeinschaft“, sagt Adeline Weinberg. Schließlich könne man auf der Reise Materialien und Interviews für andere Fächer wie Erdkunde oder Geschichte sammeln und so die Sichtweise der Afrikaner in die Schule tragen. „Vielleicht haben wir die Möglichkeit, das von Stereotypen geprägte Bild von Senegal etwas aufzubrechen“, hofft Selin Atasoy. Und ihre Mitschülerin Malin Osnabrügge ist überzeugt: „Der Besuch wird auch unsere Sichtweise ändern.“

Sicherlich wird das Thema „Migration“ immer wieder auftauchen, nicht nur, weil Gorée in der Geschichte der Sklaverei eine große Rolle spielte. Noch heute brechen von dort immer wieder Flüchtlinge auf, um auf dem Seeweg die Kanaren zu erreichen. Wie das Programm im Mai genau aussehen wird, erfahren die Jugendlichen in wenigen Tagen. Die Gastgeber arbeiten es zurzeit gemeinsam mit dem Goethe-Institut in Dakar aus.

Text und Foto: Silke Diecksmeier


Kategorie: Französisch




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